
Sie möchten Ihre Wohnung renovieren oder Ihr Haus sanieren und haben mehrere Angebote vorliegen. Die Endbeträge unterscheiden sich deutlich. Ein Betrieb nennt nur wenige Positionen, ein anderer beschreibt jede Arbeit einzeln. Welches Angebot passt zu Ihrem Vorhaben?
Ein sinnvoller Vergleich beginnt beim Leistungsumfang: Sind dieselben Räume, Vorarbeiten, Materialien und Ergebnisse berücksichtigt? Erst wenn diese Grundlage übereinstimmt, können Sie die Preise einordnen. Ebenso wichtig ist, wer die Arbeiten koordiniert und wie offene Fragen vor dem Start geklärt werden.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Angebote Schritt für Schritt zu prüfen und gezielt nachzufragen, bevor Sie eine Sanierungsfirma beauftragen.
Was macht Sanierungsangebote vergleichbar?
Sanierungsangebote sind dann gut vergleichbar, wenn sie dieselbe Aufgabe mit nachvollziehbaren Mengen, Materialien und Ausführungsdetails beschreiben. Die Bezeichnung „Wohnung renovieren“ reicht dafür nicht aus. Halten Sie vor der Anfrage fest, welche Räume verändert werden sollen und welches Ergebnis Sie erwarten.
Erstellen Sie dafür eine kurze Liste pro Raum. Im Wohnzimmer könnten darauf das Entfernen der Tapeten, die Überarbeitung der Wandflächen und ein neuer Boden stehen. Im Badezimmer vielleicht der Austausch der Dusche und neue Fliesen. Geben Sie allen angefragten Betrieben dieselben Informationen.
Markieren Sie außerdem, was unbedingt umgesetzt werden soll und was optional ist. So lässt sich ein Angebot aufteilen, ohne dass notwendige Arbeiten versehentlich entfallen. Ändern sich Ihre Wünsche nach der ersten Besichtigung, informieren Sie alle Anbieter, deren Angebote Sie vergleichen möchten.
Welche Angaben sollten Sie im Angebot prüfen?
Die folgende Übersicht ist eine praktische Prüfhilfe. Eine fehlende Angabe bedeutet zunächst, dass Sie nachfragen sollten. Sie beweist weder schlechte Arbeit noch, dass die Leistung ausgeschlossen ist.
| Prüfpunkt | Was Sie klären sollten |
| Räume und Flächen | Welche Räume, Bauteile und Mengen sind berücksichtigt? Sind die Mengen gemessen oder geschätzt? |
| Vorarbeiten | Welche alten Beläge werden entfernt? Welche Vorbereitung ist vorgesehen? |
| Materialien | Welche Produkte, Ausstattungen oder Materialbudgets wurden kalkuliert? |
| Ausführung | Welches fertige Ergebnis ist vereinbart? Welche Oberflächen sind vorgesehen? |
| Schutz und Zugang | Wer schützt vorhandene Böden und Möbel? Wie werden die Arbeitsbereiche zugänglich? |
| Abtransport | Welche Abfälle werden abgefahren und entsorgt? |
| Preisgrundlage | Was wird pauschal, nach Menge oder nach Zeit berechnet? Ist die Umsatzsteuer ausgewiesen? |
| Offene Positionen | Welche Leistungen sind optional, vorläufig oder ausdrücklich ausgeschlossen? |
| Ablauf | Wer koordiniert die Beteiligten? Welche Termine und Voraussetzungen sind vorgesehen? |
Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, Leistungen und Materialien detailliert gegenüberzustellen und Umfang, Ausführungstermin sowie Vergütung schriftlich festzuhalten. Weiterführende Hinweise finden Sie in ihrem Beitrag „Handwerker: Was bei einem Auftrag zu beachten ist“.
Warum Vorarbeiten einen Unterschied machen
Ein Angebot beschreibt nicht immer auf Anhieb, wie der vorhandene Zustand in das gewünschte Ergebnis überführt werden soll. Genau dort lohnt sich eine Rückfrage: Was muss vor der sichtbaren neuen Oberfläche passieren?
Malerarbeiten: Was bedeutet „Wände streichen“?
Steht im Angebot nur „Wände streichen“, fragen Sie nach, welche Vorbereitung eingerechnet ist. Sollen alte Tapeten entfernt werden? Sind das Ausbessern von Fehlstellen, Spachtelarbeiten oder eine Grundierung berücksichtigt? Welche Flächen und welcher Anstrich sind vorgesehen?
Nicht jede Wand benötigt dieselbe Bearbeitung. Lassen Sie sich deshalb erklären, was für Ihre vorhandenen Flächen und das gewünschte Ergebnis vorgeschlagen wird. Auf unserer Seite zu Malerarbeiten finden Sie einen Überblick über Innenanstriche und die Bearbeitung vorhandener Wandflächen.
Badsanierung: Welche Arbeiten gehören zum Umfang?
Prüfen Sie bei einer Badsanierung, welche Demontage-, Installations-, Abdichtungs- und Fliesenarbeiten beschrieben sind. Fragen Sie auch nach den vorgesehenen Sanitärobjekten: Ist ein konkretes Modell genannt oder zunächst ein Materialbudget angesetzt?
Wollen Sie etwa die Dusche an eine andere Stelle verlegen, sollte dieser Wunsch allen Anbietern bekannt sein. Ein Angebot mit unveränderten Anschlüssen lässt sich nicht ohne Weiteres mit einem Angebot für eine neue Raumaufteilung vergleichen. Lassen Sie technische Details am Objekt vom zuständigen Fachbetrieb klären.
Trockenbau: Wie wird die Fläche übergeben?
Bei neuen Wänden oder abgehängten Decken sollten Sie besprechen, welche Nutzung vorgesehen ist und wie die Oberfläche am Ende aussehen soll. Gehört der abschließende Anstrich zum Angebot oder übernimmt ihn später ein anderer Betrieb?
Wenn Sie Trockenbauarbeiten planen, nennen Sie auch geplante Einbauten und die spätere Nutzung. Fragen Sie, welche Ausführung dafür angeboten wird und welche Folgearbeiten separat zu beauftragen sind.
Zwei Angebote im Vergleich: Ein einfaches Beispiel
Angenommen, Sie möchten ein Wohnzimmer neu gestalten. Beide Betriebe sollen die Wände nach dem Entfernen der alten Tapeten für einen neuen Anstrich vorbereiten und streichen.
Das folgende Beispiel ist frei erfunden. Es zeigt keine tatsächlichen Angebote oder Preise von PR-Sanierung.
| Position | Angebot A | Angebot B |
| Beschreibung | „Wohnzimmer: Malerarbeiten pauschal“ | Einzelne Arbeitsschritte beschrieben |
| Tapeten entfernen | Nicht ausdrücklich genannt | Enthalten |
| Wandflächen vorbereiten | Umfang unklar | Umfang beschrieben |
| Anstrich | Farbe und Flächen unklar | Flächen und Farbsystem genannt |
| Boden schützen | Nicht ausdrücklich genannt | Enthalten |
| Abfälle entsorgen | Unklar | Beschrieben |
Aus dieser Tabelle folgt noch nicht, dass Angebot B günstiger oder handwerklich besser ist. Es ist zunächst leichter zu prüfen. Bitten Sie Anbieter A um eine Ergänzung: Sind die genannten Leistungen enthalten und auf welcher Grundlage wurde kalkuliert?
Sind anschließend dieselben Arbeiten beschrieben, vergleichen Sie den Preis. Bleiben Unterschiede, lassen Sie sich diese erklären. Vielleicht schlagen die Betriebe verschiedene Lösungen vor. Dann entscheiden Sie zusätzlich, welches Ergebnis Sie tatsächlich wünschen.
Wie lassen sich zusätzliche Arbeiten frühzeitig besprechen?
Fragen Sie vor der Beauftragung, welche Punkte noch ungeklärt sind und wie der Betrieb damit umgehen möchte. Eine Besichtigung hilft bei der Planung, kann aber nicht jede verdeckte Stelle sichtbar machen. Ebenso können spätere Änderungswünsche den vereinbarten Umfang verändern.
Für Ihre Abstimmung mit dem Betrieb sind vier Fragen hilfreich:
- Welche Annahmen liegen dem Angebot zugrunde?
- Welche Arbeiten sind noch nicht abschließend kalkuliert?
- Wie werden zusätzliche Leistungen und deren Preise vor der Ausführung mit mir abgestimmt?
- Wie werden mögliche Auswirkungen auf den Zeitplan festgehalten?
Bitten Sie bei einer vorgeschlagenen Zusatzarbeit um eine verständliche Beschreibung: Was wurde festgestellt, welche Lösung wird empfohlen und was verändert sich dadurch? Ein Foto oder eine gemeinsame Besichtigung der betroffenen Stelle kann das Gespräch erleichtern.
Diese Fragen dienen der Projektplanung. Ob eine konkrete Mehrforderung rechtlich berechtigt ist, lässt sich nur anhand der Vereinbarungen und des Einzelfalls beurteilen.
Wer koordiniert die verschiedenen Gewerke?
Wenn mehrere Betriebe beteiligt sind, brauchen Sie eine klare Zuständigkeit für die Abstimmung. Wer sagt dem nächsten Betrieb, wann er beginnen kann? Wer bespricht Änderungen, die mehrere Arbeiten betreffen? Und an wen wenden Sie sich bei einer offenen Frage?
Bei einer Komplettsanierung von Wohnung oder Haus bietet PR-Sanierung die Koordination der Arbeiten aus einer Hand an. Besprechen Sie dennoch für Ihr konkretes Vorhaben, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und welche Aufgaben bei Ihnen verbleiben.
Vergleichen Sie bei unterschiedlichen Organisationsmodellen auch Ihren eigenen Aufwand. Ein Angebot mit zentraler Koordination und mehrere Einzelangebote können jeweils passen. Sie enthalten aber möglicherweise nicht dieselben organisatorischen Leistungen.
Woran erkennen Sie eine passende Sanierungsfirma?
Lassen Sie sich Arbeiten zeigen, die Ihrem Projekt ähneln. Für eine bewohnte Wohnung sind beispielsweise andere organisatorische Fragen wichtig als für ein leer stehendes Objekt. Fragen Sie bei Referenzen, welche Leistungen der Betrieb selbst übernommen oder koordiniert hat.
Beobachten Sie auch, wie Ihre Fragen beantwortet werden. Werden unklare Positionen erklärt? Werden Änderungswünsche aufgenommen? Sagt der Betrieb offen, wenn eine Frage erst nach weiterer Prüfung beantwortet werden kann?
Ein kurzer Angebotstext oder ein niedriger Preis allein ist kein Ausschlussgrund. Problematisch für Ihre Entscheidung wird es, wenn wesentliche Unklarheiten trotz Rückfragen bestehen bleiben. Treffen Sie die Auswahl deshalb erst, wenn Sie verstehen, was Sie beauftragen.
Checkliste: Diese Fragen stellen Sie vor der Zusage
Nutzen Sie die Liste bei Ihrem nächsten Gespräch. Notieren Sie die Antworten und lassen Sie wichtige Ergänzungen ins Angebot aufnehmen.
⭕️ Sind alle gewünschten Räume und Arbeiten berücksichtigt?
⭕️ Welche Mengen sind vorläufig und wie erfolgt die spätere Abrechnung?
⭕️ Welche Vorbereitung der vorhandenen Flächen ist enthalten?
⭕️ Welche Materialien und Ausstattungen wurden kalkuliert?
⭕️ Was muss ich selbst vorbereiten, entfernen oder bereitstellen?
⭕️ Sind Schutzmaßnahmen und Entsorgung beschrieben?
⭕️ Welche Leistungen sind ausdrücklich nicht enthalten?
⭕️ Wie stimmen wir zusätzliche Arbeiten und Kosten ab?
⭕️ Wer ist mein Ansprechpartner während der Ausführung?
⭕️ Welche Termine sind vorgesehen und wovon hängen sie ab?
⭕️ Wie sind Zahlungen und die gemeinsame Übergabe geplant?
So bereiten Sie die Besichtigung vor
Halten Sie Fotos, vorhandene Grundrisse und Ihre Liste der gewünschten Arbeiten bereit. Nennen Sie bekannte Schäden und frühere Veränderungen am Objekt. Fotos helfen beim ersten Gespräch; für eine genauere Einschätzung kann eine Besichtigung erforderlich sein.
Sprechen Sie auch praktische Bedingungen an: Ist die Wohnung während der Arbeiten bewohnt? Müssen Möbel bleiben? Gibt es einen Aufzug oder eingeschränkte Parkmöglichkeiten? Zu welchem Zeitpunkt möchten Sie die Räume wieder nutzen?
Falls Ihr Budget begrenzt ist, sagen Sie, welche Maßnahmen Vorrang haben. So kann der Betrieb mit Ihnen besprechen, welche Arbeiten zusammengehören und welche Wünsche gegebenenfalls später umgesetzt werden können.
Ihre Sanierung in Frankfurt oder im Hochtaunuskreis planen
Sie möchten eine Wohnung renovieren oder ein Haus sanieren? PR-Sanierung begleitet Projekte in Frankfurt, Friedrichsdorf, Oberursel und weiteren Orten im Hochtaunuskreis. Beschreiben Sie uns, welche Räume Sie verändern möchten und was Ihnen beim Ergebnis wichtig ist.
Nach dem ersten Gespräch und einer Besichtigung können wir den vorgesehenen Umfang mit Ihnen besprechen und ein Angebot für Ihr Vorhaben erstellen.